Evas Dorfladen

Nach dem Scheitern des Sparmarktes im Dienstleistungszentrum und dem Aus des Fleischers war „Eva’s Dorfladen“ die letzte Hoffnung für Munkbrarup, dass sich im Dorf doch noch ein „Tante-Emma-Laden“ etabliert.

Seit einem Jahr gibt es den „Supermarkt im Miniformat“ und Eva Zeitler hat Erfolgsgeschichte geschrieben, die allerdings einen kleinen Wermutstropfen enthält. „Viele kaufen zwar bei mir ein, aber eben nicht genug“. Der Erfolg, dass der Laden nach einem Jahr noch existiert, steht auf den Beinen von Eva Zeitler. „Ich schaffe es“, hatte sie sich im Januar letzten Jahres vorgenommen und was sie auf 36 Quadratmeter Ladenfläche anbietet, kann sich sehen lassen. „Man bekommt einfach alles bei Eva“, äußert sich Bürgermeisterin Margrit Jebsen anerkennend über die umtriebige Geschäftsfrau, deren Leidenschaft ihr Laden ist. Jeder Kundenwunsch ist für die Kauffrau Ansporn, es in ihrem Laden zu führen und ihre Devise ist. „Was ich heute nicht habe, kann ich bis morgen besorgen“ und selbst ausgefallene Wünsche wie Mäusefallen oder Koks sind für sie kein Problem. In Eva’s Dorladen kauft man nicht nur ein. Man nimmt sich Zeit für eine Tasse Kaffee oder ein Becher Eis und hört die neuesten Dorfnachrichten. Nur ein „Tante-Emma-Laden“ war Eva Zeitler zu wenig. Sie hat einen Partyservice eingerichtet, Blumen, Zeitschriften und Tabakwaren in ihr Angebot aufgenommen, vor ihrem Laden stehen Tische und Stühle und vor ihre „Suppenküche“ stehen die Suppenfans Schlange. Osterbasar, Osterbrunch, im Sommer ein Spanferkelfest, eine Ausstellung von Handarbeiten und handbemalten Porzellan, Eva Zeitler hat den Kopf voller Ideen und als sie hörte, dass die Landfrauen für die Jugendhütte spendeten, wollte sie nicht abseits stehen. Sie verkaufte Tannenbäume zu Gunsten der Dorfjugend und jeder verkaufte Baum brachte einen Euro für die Jugendhütte. Viele Bäume hat sie verkauft.

Eva Zeitler ist nicht nach dem großen Gewinn aus. Sie ist bescheiden. Für sie steht im Vordergrund, dem Dorf den „Tante Emma-Laden“ zu erhalten und sie denkt dabei in erster Linie an die Senioren im Dorf, die den Weg zu den großen Supermärkten oder den Discountern scheuen oder kein Auto haben, um in die Stadt zu fahren. Was sie sich in neuen Jahr wünscht? „Mehr Kunden, die Zeit mitbringen für einen kleinen Schnack“, sagt Eva Zeitler.

Die Bürgermeisterin hat sich für den Dorfladen eingesetzt und mit viel Mühe den Weg für Eva Zeitler freigeschaufelt, damit sie den Laden eröffnen konnte. Heute ist sie zufrieden und als sie als Dank für die Ausdauer und viele Mühe Eva Zeitler einen Blumenstrauß überreichte, sagte sie aus vollem Herzen: „Schön dass es Eva und ihren Dorfladen gibt“.

Bericht des Flensburger Tageblattes
Text und Foto Horst Mahlenbrei